Bücher mal ganz anders

Andre Agassi – Open: Das Selbstporträt

Buchbesprechung:

Der 1970 in Las Vegas geborene Andre Agassi erzählt in dieser Autobiografie gnadenlos aus dem Leben eines Profi-Tennisspielers. Der Buchtitel spielt dabei mit der Bezeichnung Open als Begriff für internationale Turniere an denen jeder, unabhängig ob Profi oder Amateur teilnehmen kann, sofern er sich dafür qualifiziert, und dient gleichzeitig als Hinweis über die Art von Agassis Berichten.

Diese sind schonungslos und sorgten bereits für einen Skandal. Von seinem Vater wurde Andre Agassi schon früh zum Tennis gebracht, trainierte mit Legenden und war Teil einer Tennisakademie in Florida, ein besseres Straflager wie er heute aussagt. Mit nur 15 Jahren verließ er die Akademie um sich der Profitour anzuschließen. Schon früh festigte er seinen Ruf als Rebell auf dem Platz, so dass er neben sportlichen Erfolgen auch wegen seiner langen Haare - Haarverlängerung - und der Vorliebe für bunte Kleidung von sich Reden machte.

Den endgültigen Durchbruch schaffte der mittlerweile 21-jährige in der Saison 1992 und beendete diese auf Platz 9 der Weltrangliste. Den Tiefpunkt der Karriere bildet die Saison 1997 die von Verletzungen und Spielausfällen durchzogen war. In dieser Zeit stürzte Agassi aus der Top 100 der Weltrangliste. Wie er in diesem Buch schildert, griff er während dieser Leitungskrise auch zur Droge Crystal Meth, was ihm herbe Kritiken für die Veröffentlichung solcher Tatsachen einbrachte, in der auch vom Schaden für den gesamten Tennissport die Rede war.

Offen ist die Geschichte Agassis allemal, hier wird nicht geschont oder schöngeredet, sondern hier wird Tacheles geredet. Hier erfährt man alles über einen seiner Kindheit beraubten Rebell, der den Sport, der ihn als Wunderkind feierte eigentlich verabscheut. Ein Held zwischen Tragik und Ikone, der schließlich doch gezähmt werden konnte.

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