Bücher mal ganz anders

Frank Turner – Poetry of the Deed (2009)

Musikbesprechung:

Der Stil von Frank Turner lässt sich wohl am ehesten als Lagerfeuer-Punkrock bezeichnen. Sein Handwerk lernte der Engländer als Frontmann der Punkband Million Dead, mit der er zwei Studioalben und mehrere EP's veröffentlichte. In dieser Zeit studierte der unter anderem an der London School of Economics, die Turner mit einem Abschluss in Geschichte beendete. Seit dem Ende der Band ist er mal solo, mal mit Band als Singer/Songwriter tätig und spielte in den letzten fünf Jahren mehr als 700 Konzerte.

Mit seiner Musik verbindet Frank Turner Folk-Rock und Elemente des Punks und zieht mit seiner klaren Stimme eine deutliche Trennlinie zu so manchem Songwriter-Kollegen mit vergleichbarem Hintergrund. Spätestens mit dem aktuellen Album Poetry of the Deed gelingt Frank Turner jetzt so etwas wie der Durchbruch, stieg er mit dieser Platte doch bis auf Platz 36 der UK-Albumcharts. Für die kommende US-Tour der Veteranen Social Distortion wird Turner als Einheizer auf der Bühne stehen. Die Mischung aus ruhigen Folksongs und rockigen Gitarrenstücken macht hierbei den Unterschied, sind teils alleine eingespielt und teils mit seiner Band hinter sich.

Seine Songs handeln sowohl von Wut als auch von Liebe und liegen irgendwo zwischen Zorn und Zärtlichkeit. Lieder für das Herz die aber doch zum nachdenken anregen. Kein Wunder also, dass sich Frank Turner in den letzten Jahren zu Everybodys Darling gemausert hat. Wer viel mit den Liedern von Against Me, Billy Bragg, Lucero, City & Colour und Conor Oberst anfangen kann, der wird auch bei Frank Turner sicherlich nichts falsch machen und spätestens nach dem zweiten Anhören der Klängen von The Road oder Try this at Home ist man dieser Stimme und den bewegenden Melodien verfallen. Poetry of the Deed ist somit mehr als ein lockeres Sommeralbum und hat das Zeug zu einem zukünftigen Klassiker.

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